E-Mail made in Germany

Freemail-Anbieter setzen auf Verschlüsselungsstandard SSL

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E-Mail made in Germany

Deutschland will mehr Sicherheit und einen umfassenden Datenschutz. Spätestens seit der NSA-Affäre ist klar, dass wir zu sorglos mit dem Internet umgegangen sind. Das World Wide Web – bisher Raum ungeahnter Möglichkeiten – hat seine Schattenseiten offenbart. Und Vertrauen ist bekanntlich eine zarte Pflanze. Ist es einmal zerstört, kommt es so bald nicht wieder. Dies hat auch die deutsche Internetbranche verstanden und mit der Initiative E-Mail Made in Germany (EMiG) bereits letztes Jahr die Reißleine gezogen. EMiG wurde von United Internet und der Deutschen Telekom AG als Reaktion auf die durch Edward Snowden bekannt gewordene Internet-Spähaffäre im vergangenen Jahr gegründet. Ziel der Initiative ist es, den SSL-verschlüsselten Transport von E-Mails in Deutschland als Standard zu etablieren.

Was bietet das EMiG-Siegel?

Die Initiative „E-Mail made in Germany“ ist als Orientierungshilfe für die deutschen E-Mail-Nutzer gedacht. Das Siegel soll einen Überblick darüber bieten, wo im Internet eine Kommunikation über gesicherte Übertragungswege erfolgt und Kundendaten streng nach deutschen Datenschutzregelungen verarbeitet werden. Alle Anbieter, die an der EMiG-Initiative beteiligt sind, garantieren ihren Nutzern eine Verschlüsselung der Daten zwischen den Kunden-Endgeräten und den Anbieter-Servern sowie zwischen den jeweiligen E-Mail-Servern der verschiedenen an der Initiative beteiligten Dienstleister wie freenet, GMX, T-Online und WEB.DE. Werden E-Mails an einen Anbieter versendet, der nicht Teil der Initiative ist, kann die Verschlüsselung hingegen nicht garantiert werden. Insbesondere gilt dies für ausländische Provider.

Web-Hoster bringen EMiG in den Mittelstand

Neben Freemail-Anbietern, die mit Ihrem Geschäftsmodell eher auf Privatkunden abzielen, nimmt die EMiG-Initiative mit der Beteiligung der beiden größten deutschen Hosting-Unternehmen 1&1 und Strato seit Ende April 2014 nun auch gezielt Geschäftskunden ins Visier. Damit können künftig neben 50 Millionen deutschen Privatkunden auch rund drei Millionen Firmenkunden die Vorteile verschlüsselter E-Mail-Kommunikation innerhalb des EMiG-Netzwerks in Anspruch nehmen. Vor allem die E-Mail-Produkte des Providers Strato richten sich gezielt an Business-Kunden, die sich nicht auf kostenlose E-Mail-Postfächer verlassen, sondern für ein Mehr an Sicherheit und eine professionelle Kommunikation im Netz auf kostenpflichtiges E-Mail-Hosting zurückgreifen möchten.

CCC kritisiert Initiative als nicht weitreichend genug

Eine noch umfassendere Verschlüsselung des deutschen E-Mail Verkehrs wünscht sich der Chaos Computer Club (CCC). Dem Verein zufolge reicht eine Verschlüsselung der Übertragungswege allein nicht aus – er bezeichnete die Maßnahmen als „Sommermärchen“. Wichtig sei auch, Kundendaten auf den Servern der Anbieter grundsätzlich verschlüsselt zu hinterlegen. Eine solche Datenverschlüsselung müssen die Kunden hingegen derzeit noch selber vornehmen. In der Öffentlichkeit kommt die EMiG-Initiative indes gut an. Einer Umfrage der YouGov zufolge äußerte sich eine breite Mehrheit der Bevölkerung positiv zur Verschlüsselungs-Initiative. 58 Prozent der Befragten sehen E-Mail Made in Germany als hilfreich an, da sie ihre E-Mails vor den Zugriffen Unbefugter geschützt wissen möchten.

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